Schüler von Frl. Bahls, Mönchguter Heimatforscher, Amateurfotograf & Hobbyfilmproduzent
„Schreibe auf, fotografiere, sammele und veröffentliche, was geht, dann bleibt es auch erhalten. Über die Wertung dessen brauchst du dir keine Sorgen zu machen, denn jede nachfolgende Generation erarbeitet sich ihr eigenes Geschichtsbild.”                                                                                                        Ruth Bahls
Mönchgut History Torsten Döring   
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MÖNCHGUT HISTORY TORSTEN DÖRING Die Vergangenheit und Gegenwart der Halbinsel Mönchgut - präsentiert nach Mönchguter Eigenart!
MÖNCHGUTER MUSEEN - ES GEHT VORAN
Mönchguter Persönlichkeiten Fritz Worm   - geboren am 11. Juli 1863 in Barth als 11. Kind des Drechslermeisters Ferdinand Worm;   - Ostern 1870 wird er eingeschult;   - er erlernt das Violinespielen, ist begeistert von Puppentheater, das jeden Sommer im Barther     Hafen Vorstellung gibt;   - nach Abschluss der Volksschule Vorbereitung auf das Lehrerseminar in Grimmen;     - 1884 erste Lehrerprüfung in Pölitz, danach zwei Jahre Anstellung als zweiter Lehrer in der      Volksschule Niepars;  - 1885 Hochzeit mit der drei Jahre jüngeren Bartherin Emma Dannenbaum; - 1890 zweite Prüfung für das Lehreramt im Franzburg – er erhält in der Volksschule Karnin seine „endgültige Anstellung“; - da man Worm verdächtigte, Verfasser eines anonymen Artikels über seine unzumutbaren Wohnverhältnisse in der   Stralsunder Zeitung zu sein, wird er 1892 nach Alt Reddevitz versetzt; - er schien darüber nicht unglücklich zu sein und schrieb:   „Im Herbst 1892 war´s, da ich die Lehrerstelle in dem so idyllisch gelegenen Stranddörflein Altreddevitz übernahm. Ich war     meinem Herrgott von Herzen dankbar, dass er mich gerade nach den einzig schönen Mönchgut berufen hatte.“ - Worm ist von dem Örtchen, das mit Mariendorf 282 Einwohner zählt, fasziniert, er macht Freunde und Bekannte immer   wieder auf die Schönheit der Gegend aufmerksam; - immer mehr Fremde kommen mit den Jahren hierher zur Erholung, so dass der zukünftige Schwiegervater von Worms   ältester Tochter, der Kapitän Karl Kliesow, 1904 mit dem Bau einer Sommerfrische, der „Strandburg“, beginnt; - hier wird über Jahrzehnten das kulturelle Zentrum der Gegend und Bühne der vielfältigen Aktivitäten Fritz Worms sein;   - neben Sport- & Tanzveranstaltungen gab es Theateraufführungen - auch von Volksstücken Worms-Kinder-, Reiter- &   Trachtenfeste und man kann seine Sammlungen archäologischer Funde Mönchguts besichtigen; - er erkennt die Besonderheit Mönchguts uns setzt sich ein für Erhaltung traditioneller Bräuche, der Sprache, der Trachten; - als er die Lehrerstelle antritt, zahlt die Gemeinde jährlich 328 Mark, ein staatlicher Zuschuss von 240 Mark wird zuge-   sichert, dazu 109 Mark für Feuerung und wenig Land, das auch etwas Geld einringen soll; - die Winter sind kalt und lang, der Unterricht allein füllt ihn nicht aus  so erscheinen 1895 die ersten Geschichten,   plattdeutsche Humoresken „För Old und Jung“; - 1895 gründet er mit Unterstützung durch Pastor Emil Steurich in Göhren das Mönchguter Strandtheater; - von 1899 bis 1903 gab er die Wochenzeitschrift „De truge Husfründ“ heraus; - 1908 ist Worm Gründungsmitglied der rügenschen Ortsgruppe für Erhaltung der Mönchguter Volkstrachten; erstes   Trachtenfest in Alt Reddevitz; - 1909 erscheint der Band „Die Halbinsel Mönchgut und ihre Bewohner“ in Zusammenarbeit mit Prof. Haas; - die Auffindung und Aufdeckung des „Herzoggrabes“ in der Mönchguter Forst (Steinzeitgrab aus der Zeit um 3000 v. Chr.)   war einer seiner großen Verdienste; - die Ausgrabungen im Sommer 1922  1924 wurden von Prof. F. Klinghardt von der Universität Greifswald geleitet; - sein großes Interesse an ur- und frühgeschichtlichen Funden verwundert die Einheimischen, darüber und über sein   Interesse an der „Steinzeit“ Mönchguts berichtet er in seiner 1928 erschienen Abhandlung „Aus der Urzeit der Halbinsel   Mönchgut“; - Fritz Worm unterstützt die Volkskundeabteilung des „Stralsunder Heimatmuseums für Neuvorpommern und Rügen“, das   heutige Kulturhistorische Museum Stralsund, bei der Einrichtung einer Mönchgut-Stube durch Sammlung von Hausrat,   historischer Kleidung und Werkzeugen; - Museumsdirektor Dr. Fritz Adler hält fest und dokumentiert: „was da zu Grabe geht“; - 1928 tritt Fritz Worm nach 44jähriger Amtstätigkeit in den Ruhestand, er zieht um in seinen Alterswohnsitz „Daheim“ in     Alt Reddevitz, mit dessen Bau 1925 begonnen wurde; - ein weiteres Werk der Heimatgeschichte ist das 1930 erschienen Bändchen „Göhren einst und jetzt“, „das ein Muster einer   Ortschronik ist“; - am 3. August 1931 stirbt Fritz Worm und wird drei Tage später auf dem Friedhof in Middelhagen beigesetzt. Ehrungen: 1928 Ehrenmitglied im Mönchguter Lehrerverein 1928 Ehrenschild für Verdienste in Vorpommern Fritz Worm 11. Juli 1863 - 03. August 1931 Beitrag von Margot Mandelkow Ein großer Findling am Lobber Strand trägt seinen Namen. Wofür wurde Fritz Worm geehrt? 1892 wird der in Barth Geborene als Lehrer nach Alt Reddevitz versetzt, das ihn gleich fasziniert, und er sagt : “ Ich bin meinem Herrgott von Herzen dankbar, dass er mich gerade nach dem einzig schönen Mönchgut berufen hatte.” Nicht nur die Mönchguter verehren ihn; in Wissenschafts- und Literaturkreisen wird sein Name bald bekannt. Freunden und Bekannten schildert er begeistert das ihm so lieb gewordene Ländchen. Hier war er bis 1928 der “Schulmeister”. Aber gerade hier nur Lehrer sein? Er macht es sich zur Aufgabe, eine Besonderheit Mönchguts - die einmalige Historie - zu beleben und lebendig zu halten. Die Strandburg wird das kulturelle Zentrum; hier werden Trachten- und Kinderfeste gefeiert, Theaterstücke aufgeführt, Sport- und Tanzveranstaltungen geboten, sämtlich von Fritz Worm organisiert. Seine Begeisterung für Mönchgut wird Bestandteil seines Unterrichts; er lässt die Schüler die traditionellen Tätigkeiten der Mönchguter nachempfinden, erweckt damit Stolz auf Bräuche und Besonderheiten der Handwerkskunst für Haus und Hof. Beim Schreiben von Erzählungen, dramatischen Geschichten und Gedichten  erfasst er die Besonderheit von Landschaft und Historie der Bewohner und bezieht gegenwärtige Begebenheiten ein. Die Verbreitung von Veröffentlichungen bleibt weitgehend regional begrenzt und ist nur noch einsehbar in kostbaren Exemplaren der Universitätsbibliothek Greifswald, im Garzer und in den Mönchguter Museen oder noch im wohlgehüteten Besitz weniger Einheimischer. Er reiht sich jedoch ein in die Fülle der damals herausgegebenen “plattdütschen Bäuker” und bewertet seine Werke “as `ne lütt Schlöddelblaum orer dat bloge Veilchen” neben all den Rosen und Tulpen im Literaturgarten. Und er hebt hervor:” Ick bring juch hoechliche Geschichten,  de .... uck all wohr sünd “ und macht sich als Dorfgeschichtenschreiber und Schilderer Mönchguts einen unverwechselbaren Namen und bewahrt damit die Geschichten der Einheimischen vor dem Vergessen, denn “väle olle Soken ut Grotvadders Tiden sünd blots noch bi wenig Ingeburn erholln”. Mit gefühlsbetonter Heimatlyrik trifft er das Empfinden “seiner” Mönchguter,  und er wird Teil ihres Lebens, indem er zu verschiedensten Anlässen unzählige Gelegenheitsgedichte verfasst. Mit der Herausgabe einer plattdeutschen Wochenschrift ( die jeden Sonntag von 1898 - 1902 erscheint ) will er mit Anekdoten und historischen Geschichten “Unnerhollung för dat trudütsche Hus” bieten. Prof. Dr. Alfred Haas ( der verdiente rügensche Heimatforscher ) konnte die Hilfe und Mitarbeit Fritz Worms bei der Ergänzung vieler Kapitel des 1909 herausgegebenen Mönchgut-Buches “Die Halbinsel Mönchgut und ihre Bewohner”erwirken. Auch das “Rügensche Heimatbuch. Mit besonderer Berücksichtigung der Halbinsel Mönchgut.” von Georg Paries enthält viele  Beiträge von Fritz Worm. Nicht nur auf der Strandburg, auch im “Fürstlichen Schauspielhaus” zu Putbus führt das “Mönchguter Bauern-THEATER Alt Reddevitz” von Fritz Worm verfasste ernste und heitere Volksstücke auf. Fritz Worm ist auch der eigentliche Begründer des “Mönchguter Strandtheaters” am Göhrener Kleinbahnhof. In der Hauptsaison wird hier wöchentlich 3 mal die Oper “Die Rose von Thiessow”aufgeführt, bei der die Hauptrollen zwar von Opernsängern besetzt waren, der Chor jedoch aus 27  sangesfreudigen Mönchgutern bestand. Bis 1901 werden diese Aufführungen im “Rügenschen Kreis- und Anzeigenblatt”angekündigt. Ein besonderes Anliegen war ihm, zu verhindern, dass durch Berührung mit Badegästen und deren Gefolge die Bodenständigkeit der Mönchguter leidet, dass sie weniger bereit sein werden, das zu achten, zu pflegen und zu bewahren, was ihnen ihre Vorfahren hinterlassen haben. Er stärkt ihren Stolz und ermuntert sie, in Laienspielgruppen in Mönchguter Tracht im ganzen Land aufzutreten. Doch kann er nicht verhindern, dass mit der um 1880 geborenen Generation das Althergebrachte und Selbstgeschaffene langsam schwindet bedingt auch durch äußere Einflüsse und Veränderung der Bevölkerungsstruktur. Eine weitere Leidenschaft galt der Ur- und Frühgeschichte mit ihren sagenumwobenen Steinen, besonders bearbeiteten Steinwerkzeugen und den Hünengräbern. Zur Verwunderung der Dorfbewohner soll er ganze Haufen von Feuersteinen auf den Feldern abgesammelt, nach Hause getragen, untersucht und sich gefragt haben, wer diese Steine wohl wann und zu welchem Zweck bearbeitet haben könnte. So lässt ihm auch die hier verbreitete Sage von einem “ganz gewaltig tapferen Herzog” aus heidnischer Vorzeit nicht los. Dessen Stammesgenossen sollen ihn in einem riesigen Steingrab bestattet haben. Dieses Grab will er suchen und findet wirklich nach langem, zunächst vergeblichem, Mühen das Herzogsgrab. Er teilt dies den Gelehrten der Universität Greifswald mit. Die nach mehreren Grabungszeiträumen entstandenen wissenschaftlichen Abhandlungen vermitteln über “dieses einzige bis in die Gegenwart erhalten gebliebene Megalithgrab” dank der umfassenden und vielgeschichtigen Funde eine Reihe neuer Erkenntnisse. Der Forschungseifer Fritz Worms habe damit unschätzbare Dienste geleistet, sind sich die Wissenschaftler einig. Als er 1928 in den Ruhestand geht, erhält er als ganz besondere Auszeichnung  vom Regierungspräsidenten den “Ehrenschild für Verdienste in Vorpommern” als Anerkennung “för all dat, wat hei in siene Amtstied för Mönchgaud in Schaul un Läben dahn hätt dörch Pläch von Muddersprak un Heimatort”. Er wird treuherzig und bescheiden ( im erlauschten Selbstgespräch ) erwidern: “Ne, wat sei ok all  mit mi maken! Un dorbi bün ick man son` lüdden Worm.” Dafür lieben ihn seine Mönchguter und werden ihm auf seinem letzten Weg noch einmal zeigen , dass sie sein Anliegen verstanden haben und wissen, welchen unermesslichen Schatz er vor ihnen ausgebreitet hat. So gibt ein auch für Mönchguter Verhältnisse ungewöhnlicher Trauerzug dem am 03. 08. 1931 plötzlich verstorbenen Fritz Worm das letzte Geleit. Viele Einheimische in Mönchguter Tracht, Schulkinder, Vereinsmitglieder, Persönlichkeiten der Insel und Sommergäste folgen dem auf einem Pferdewagen gezogenen schlichten Sarg. Der teilweise mit Blumen bestreute Weg führt die Trauernden von Alt Reddevitz nach Middelhagen. Auf diesem Friedhof wird der sich für Mönchgut unermüdlich einsetzende Lehrer am 06.08. 1931 beigesetzt. Auch der Findling am Lobber Strand wird immer an ihn erinnern.                           (Margot Mandelkow ; Göhren 03.08.2011 )
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Die Quellen, auf die wir unsere Arbeit vorrangig gestützt haben:   Ausstellungstexte der Mönchguter Museen, 2000 - 2009 Wanderführer Mönchgut von Uwe Weidemann, 2002 Fritz Worm, 11. Juli 1863 - 03. August 1931, Beitrag von Margot Mandelkow
„Wer am Meer will leben, muß im Sturm bestehen.“          Fritz Worm Lehrer, Heimatdichter und Hobbyarchäologe geb.  am 11. Juli 1863 in Barth, gest. am 03. August 1931 in Alt Reddevitz.