„Schreibe auf, fotografiere, sammele und veröffentliche, was geht, dann bleibt es auch erhalten. Über die Wertung dessen brauchst du dir keine Sorgen zu machen, denn jede nachfolgende Generation erarbeitet sich ihr eigenes Geschichtsbild.”                                                                                                        Ruth Bahls
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Schüler von Frl. Bahls, Mönchguter Heimatforscher, Amateurfotograf & Hobbyfilmproduzent
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Hanglift Göhren: Endlich Jungfernfahrt in Sicht Gemeinde und Grundstückseigentümer haben sich geeinigt. Der Schrägaufzug wird voraussichtlich nächsten Monat in Betrieb gehen. Von Gerit Herold Göhren. Das erhoffte Geschenk zum großen Jubiläum in Göhren - es wird nicht überreicht. Auch zur 850-Jahrfeier des Ortes nächste Woche wird der seit einem Jahr fertiggestellte Schrägaufzug am Nordhang nicht in Betrieb gehen. Darüber informierte Bürgermeister Wolfgang Pester (parteilos) auf OZ-Nachfrage. Doch es ist endlich Bewegung in der seit Monaten festgefahrenen Situation am Hanglift gekommen, dessen Bauherr der Kommunale Eigenbetrieb Kurverwaltung ist. Die Vertragsparteien haben jetzt die Ampel von Rot auf Grün geschaltet, der Lift könnte im nächsten Monat seine Jungfernfahrt haben. „Die strittigen Themen sind vom Tisch. Wir sind froh, dass wir endlich eine Lösung hinbekommen haben, wenn auch erst sehr spät“, so Pester. Am 25. August habe es diesbezüglich einen Notartermin gegeben. Bei dem sei nun die Wiederkaufsklausel aus dem Kauf- vertrag zwischen der Gemeinde (Käufer) und der Waldhotel Göhren GmbH (Verkäufer) für den Erwerb des rund 600 Quadratmeter großen Grundstückes, auf dem der Schrägaufzug heute steht, herausgestrichen worden. „Und somit auch die Möglichkeit zur Forde- rung eines Rückbaus“, so Pester. Dieser war schon beantragt worden (die OZ berichtete). Die Klausel besagte: Wenn der Lift nach einem Jahr nicht in Betrieb geht, dann fällt das Grundstück an den Verkäufer zurück. Damit der Lift endlich fahren kann, wird jetzt der Sicherheitszaun gebaut. Die Pfähle sind bereits gesetzt. Zudem wird die Trassen- unterführung, die den Parkplatz Mech mit dem künftigen Parkhaus am Nordhang verbinden soll, aus Sicherheitsgründen mit einer Metallkonstruktion versehen. „diese wird gerade verzinkt“, so Pester. Auch wenn der TÜV für das Bauwerk bereits grünes Licht gegeben hat, fehlt noch die technische Abnahme durch die österreichische Firma ABS Transportbahnen GmbH, die den Fahrstuhl gebaut hat. „Die Österreicher kommen ab 6. Oktober“, kündigt Berit Waschow, amtierende Kurdirektorin, an. Nach Abschluss der Arbeiten soll der rund 1,5 Millionen teure Fahrstuhl dann in Betrieb gehen. Wie teuer der Lift am Ende wirklich wird, dazu kann Bürgermeister Wolfgang Pester derzeit noch keine genauen Angaben machen. „Die Endabrechnung haben wir noch nicht. Dass es Mehrkosten gibt, steht außer Frage.“ Ob und wie viel Fördergeld aus der Landeshauptstadt Schwerin für das Bauwerk fließt, ist derzeit noch unklar. Das Wirtschaftsminis- terium, das im Januar vergangenen Jahres den Startschuss für den vorzeitigen Baubeginn gegeben hatte, stellte ursprünglich 75 Prozent Förderung in Aussicht. Doch weil die Bausumme die 1-Million-Euro-Marke knackte, hätte das Projekt international ausge- schrieben werden müssen. Zumindest 62,5 Prozent waren zuletzt im Gespräch. Nach der 850-Jahrfeier wollen die Göhrener erneut nach Schwerin fahren, um das Thema Fördermittel klären zu lassen. Ganzjähriger Betrieb 1,50 Euro soll künftig eine Hin- und Rückfahrt mit dem Hanglift (ab 7 Jahre) kosten. Der Schrägaufzug soll ganzjährig von 7 bis 22 Uhr fahren. Quelle: Ostsee-Zeitung, Lokalseite der Seebäder, 12. September 2015, Seite 9 Große Suchaktion mit Helikopter nach 36-Jährigem Göhren - Durch die Ankündigung, noch in der Ostsee schwimmen zu wollen, löste ein 36-jähriger Urlauber in der Nacht zu Freitag eine große Suchaktion der Polizei, Feuerwehr und Seenotrettung aus. Da sich der junge Mann nicht zeitnah bei seinen Mitreisenden meldete, gingen diese von einem Notfall aus und informierten die Polizei. Diese kam mit Polizeihubschrauber, Fährtensuchhunden und Streifenwagen und Seenotkreuzer zum Einsatz, um den Vermissten zu finden. Dieser hatte sich jedoch aufgrund des Wellenganges in der Ostsee zu einem Spaziergang am Strand entschieden und meldete sich wenig später wohlbehalten bei seinen Mitreisenden. Quelle: Ostsee-Zeitung, Lokalseite der Seebäder, 12. September 2015, Seite 9 Um Anerkennung des Gründungs-Jahres gekämpft Urteil: Sportverein Empor Göhren gibt es seit 1951. Von Rico Nestmann Göhren - Durch den Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern wurde aus formaljuristischen Gründen das Gründungsjahr vieler Sportvereine des Landes auf 1990 datiert. Grund dafür ist die Tatsache, dass nach der Wende die Eintragungen in das Vereinsregister von 1990 erfolgten. „Da es unseren Verein aber schon seit 1951 gibt, wollten wir das so nicht hinnehmen“, sagt Wolfgang Pisch, Vorsitzender des TSV Empor Göhren. Eine Bitte an den LSB MV um Korrektur des Gründungsjahres wurde abgewiesen. „Das führte innerhalb des Vereins zu völligem Unverständnis, denn 39 Jahre Existenz des Sportvereins wurden einfach vom Tisch gefegt“, ärgert sich Wolfgang Pisch noch heute. Nach mehrfachem Schriftverkehr und Recherchen in alten Unterlagen sowie mit Fotos aus den Gründerjahren und Protokollnotizen konnte der Mönchguter Verein eindeutig belegen, dass er seit 1951 sportlich aktiv ist und immer eine Gemeinschaft im Sinne des Vereins war. „Zur damaligen Zeit hat noch keiner an Gründungsurkunden und dergleichen gedacht“, erinnert sich Vereins-Chef Wolfgang Pisch. Mit Schreiben vom 24. Juni 2015 erhielt der TSV Empor Göhren schließlich die Mitteilung, dass die Bemühungen des Vereins nicht umsonst waren. Es wurde bestätigt, dass das Jahr 1951 als Gründungsjahr der SG Empor Göhren anerkannt wird. Ab 1990 heißt der Verein offiziell TSV Empor Göhren. „Ich bin seit 38 Jahren Vorsitzender dieses tollen Vereins – und da war es mit eine Herzensange- legenheit, dieses Problem zu lösen“, freut sich Wolfgang Pisch über die Anerkennung von einem kleinen Stück Rügener Sportge- schichte. „Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Vereinsmitgliedern sowie sportlich Interessierten, die durch ihre Nachforsch- ungen in alten Unterlagen dazu beigetragen haben, den Nachweis unseres Bestehens seit 1951 zu erbringen. Ein Dank gilt Rechts- anwalt Ralf Reinbold, der uns juristisch unterstützt und mit seinen Schriftsätzen zur Klärung des Falls beigetragen hat“, sagt Wolfgang Pisch. Der Vorsitzende des TSV Empor Göhren bietet Vereinen aus der Region, die in dieser Sache Rat suchen, seine Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer Rechte an. Informationen: www.tsvemporgoehren.de Quelle: Ostsee-Zeitung, 31.08.2015, Seite 18 Jubiläumsjahr Göhren 2015 – Feiern Sie mit! 1865-2015  850 Jahre Göhren auf Rügen: Ausblick auf die Festwoche Ostseebad Göhren (DR). Im Jahr 2015 wird im Ostseebad Göhren groß gefeiert, denn es stehen einige bedeutende Jubiläen im Kalender. Ganz besonders herausragend ist dabei das 850-jährige Jubiläum der Ersterwähnung Göhrens in den Chroniken des dänischen Geschichtsschreibers Saxo Grammaticus, was Göhren zu einem der ältesten Orte auf Rügen macht. Zu diesem Anlass freut sich der Ort auf eine tolle Festwoche im September mit vielen Möglichkeiten für alle Einwohner, Gäste und Freunde des schönen Ostseebades, die Vergangenheit und Gegenwart Göhrens zu erleben und zu feiern. Eröffnet wird die Festwoche offiziell am Mittwoch, 16. September, um 18 Uhr mit einem Sektempfang, Musik und vielen Überrasch- ungen unter dem Motto „Göhren lädt ein“ auf der Seebrücke. Am Donnerstag ist der Tag der Vereine zu erleben. Viele heimische Vereine, wie zum Beispiel der Kneippverein Göhren, die Volkssolidarität Göhren, der Sportverein TSV Empor Göhrenmit seinen ver- schiedenen Abteilungen, die Freiwillige Feuerwehr Göhren, die Hundestaffel der Johanniter Unfallhilfe e.V., die Ortsgruppe Mönch- gut-DLRG und ein Schiff der Seenotrettung präsentieren sich den ganzen Tag an verschiedenen Orten, stellen ihre Arbeit vor oder führen Wettkämpfe durch. Auf dem Tennisplatz wird ab 10 Uhr ein Tennisturnier, offen für alle Altersklassen, durchgeführt. Anmelden hierfür kann sich jeder, bis spätestens zum 16. September am Tennisstübchen oder im „Haus des Gastes“. In der Zeit von 18 bis 21 Uhr finden dann die Siegerehrungen der einzelnen Wettkämpfe am Kurpavillon statt. Der Freitag steht unter dem Motto „Geschichte erleben“. Hierzu öffnen die Mönchguter Museen in Göhren ihre Türen und bieten dazu ein buntes Rahmenprogramm mit Handwerkervorführungen, Musik und vielem mehr. Auch die Rügensche Bäderbahn „Rasender Roland“ beteiligt sich an der 850 Jahrfeier. Ab 10.27 Uhr kommt alle zwei Stunden der Traditionszug der RBB in Göhren an. Am Bahnhof werden die Gäste dann zu einer historischen Ortsführung von „Elizabeth von Arnim“ oder „Fritz von Pressenthin“ in Empfang genommen. Auch Gäste, die nicht mit dem Traditionszug ankommen, können gerne an dieser Führung teilnehmen. Treffpunkt ist 10.45, 12.45 und 14.45 Uhr am Bahnhofsgebäude. Von 15 bis 17 Uhr findet ein bunter Nachmittag mit Rügener Musik- und Tanzgruppen am Kurpavillon statt. Um 20 Uhr startet die offizielle Festveranstaltung zum Jubiläum in der Nordperdhalle. Hier erwartet die Gäste eine Festansprache, Ehrungen, viele Über- raschungen und Tanz mit der Band „Holiday Party Express“. Als Stargast ist „Leticia, die Stimme Kubas“ mit ihren Welthits „The Rigga Ding Dong Song“ und „Wonderland“ eingeladen. Am Sonnabend, 19. September, gibt es einen bunten Jubiläums-Festumzug durch Göhren zu bestaunen. Farbenfrohe Kostüme, Musikgruppen und historische Fahrzeuge begleiten den Zug und bezeugen die abwechslungsreiche Geschichte Göhrens. In der Zeit von 16 bis 22 Uhr findet das bunte Jubiläums-Festprogramm mit dem Orchester der Musikschule Rügen, der Showband Countdown, Stargast Nino De Angelo und einer Lasershow statt. Zum Abschluss des Abends steigt ein großes Höhenfeuerwerk in  den Ostseehimmel über der Seebrücke. Den Schluss der Festwoche läutet am Sonntag um 10 Uhr ein Jubiläums-Festgottesdienst ein. Danach treffen sich alle noch einmal an einer großen Tafel im Ortszentrum unter dem Motto „Göhren frühstückt gemeinsam“. Informationen: www.goehren-ruegen.de/850jahre Quelle: Ostsee Anzeiger - Der Rüganer, 19. August 2015, Seite 3 Göhren: Monopol bei der Bettenvergabe? Kurverwaltung muss die Weiterleitung der Gästeanfragen an den Fremdenverkehrsverein einstellen. Von Gerit Herold Göhren. War der Einzug des Fremdenverkehrs- und Gewerbevereins Göhren (FVGV) mit in das Haus des Gastes vor zwei Jahren und die zwischen Kurverwaltung und Verein geschlossene Vereinbarung über die Zimmervermittlung rechtswidrig? Das sieht zumindest die Untere Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen so. In einem Schreiben hat sie der Gemeinde mitgeteilt, „ dass die in Rede stehende Handlungsweise der Gemeinde Ostseebad Göhren massiv gegen geltendes Kommunal,- Vergabe- und Wettbewerbsrecht verstößt“. Zu diesem Schluss kommt die Behörde nach Prüfung einer Rechtsaufsichtsbeschwerde von Günter Lück, Vorsitzender der Wähler- gemeinschaft „Gemeinsam für Göhren“. In dem Schreiben heißt es weiter, dass der Bürgermeister „unverzüglich für die Wiederher- stellung insofern rechtmäßiger Zustände in der Gemeinde Ostseebad Göhren Sorge zu tragen“ habe. „Die Weiterleitung der bei der Kurverwaltung eingehenden Buchungsanfragen an den Fremdenverkehrs- und Gewerbeverein wurde am 24. Juli eingestellt“, informierte Bürgermeister Wolfgang Pater (parteilos) auf der Gemeindevertretersitzung am Montag. Derzeit prüfe ein Rechtsanwalt den Mietvertrag und die Vereinbarung. Letztere besagt, dass die Kurverwaltung an sie gerichtete Vermittlungsanfragen von potenziellen Gästen unverzüglich an den FVGV weiterleitet. „Wir haben fünf Zimmervermittlungen im Ort und 250 Vermieter und nur ein Verein bekommt alles, deren Vorsitzender ein Gemeinde- vertreter ist, und alles unter Duldung der Kurverwaltung“, beklagte sich Günter Lück während der Sitzung. Der Knatsch um die Zimmervermittlung ist nicht neu: Schon 2012 hatte sich Hans-Peter Bölger, Inhaber der Rügen-Phönix-Apparte- ments in Göhren, ausgebootet gefühlt, als der FVGV den Zuschlag bekam. Bölger hätte sich damals auch gern beworben, habe die Ausschreibung in den Schaukästen der Gemeinde und auf der Internetseite der Kurverwaltung aber nicht gesehen. Bölger kündigte auf der Sitzung am Montag eine Klage gegen die Kurverwaltung an. Dass Kurverwaltung und FVGV unter einem gemeinsamen Dach agieren sollen, wurde seinerzeit damit begründet, den Service zu verbessern. Die Idee: ein zentraler Anlaufpunkt der Gäste für Zimmerbuchung und Touristeninformation. Ein weiteres Thema: längere Öffnungszeiten. Diese könne die Kurverwaltung - gerade an den Wochenenden - personell nicht leisten, ohne finanziell schlecht zu wirtschaften. „Am Sonntag ist kein Mitarbeiter der Kurverwaltung im Haus des Gastes“, so Berit Waschow, Marketingleiterin in der Kurverwaltung. Der FVGV steht am Wochenende von 10 bis 18 Uhr für die Gäste zur Verfügung, in der Woche von 9 bis 19 Uhr, und kassiere auch die Kurtaxe. An dem Vergabeverfahren soll Gemeindevertreter Markus Pigard (CDU), der Vorsitzender des FVGV ist, nicht beteiligt gewesen sein, hieß es seinerzeit. Quelle: Ostsee-Zeitung, Lokalseite der Seebäder, 12. August 2015, Seite 11 Knatsch um Zimmervermittlung Die Kurverwaltung Göhren muss die Weiterleitung der Gästeanfragen an den Fremdenverkehrsverein einstellen. Von Gerit Herold Göhren. War der Einzug des Fremdenverkehrs- und Gewerbevereins Göhren (FVGV) mit in das Haus des Gastes vor zwei Jahren und die zwischen Kurverwaltung und Verein geschlossene Vereinbarung über die Zimmervermittlung rechtswidrig? Das sieht zumindest die Untere Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen so. In einem Schreiben hat sie der Gemeinde mitgeteilt, „ dass die in Rede stehende Handlungsweise der Gemeinde Ostseebad Göhren massiv gegen geltendes Kommunal,- Vergabe- und Wettbewerbsrecht verstößt .“ Zu diesem Schluss kommt die Behörde nach Prüfung einer Rechtsaufsichtsbeschwerde von Günter Lück, Vorsitzender der Wählerge. meinschaft „Gemeinsam für Göhren“. In dem Schreiben heißt es weiter, dass der Bürgermeister „unverzüglich für die Wiederherstel- lung insofern rechtmäßiger Zustände in der Gemeinde Ostseebad Göhren Sorge zu tragen“ habe. „Die Weiterleitung der bei der Kurverwaltung eingehenden Buchungsanfragen an den Fremdenverkehrs- und Gewerbeverein wurde am 24. Juli eingestellt“, informierte Bürgermeister Wolfgang Pater (parteilos) auf der Gemeindevertretersitzung am Montag. Derzeit prüfe ein Rechtsanwalt den Mietvertrag und die Vereinbarung. Letztere besagt, dass die Kurverwaltung an sie gerichtete Vermittlungsanfragen von potentiellen Gästen unverzüglich an den FVGV weiterleitet. Quelle: Ostsee-Zeitung, Onlineausgabe, 11. August 2015, 20:09 Uhr Kein Bedarf für Großparkplatz am Südstrand? Göhrener kritisieren privates Projekt: Kommunale Stellflächen in der Nähe seien jetzt schon nicht ausgelastet. Von Maik Trettin Göhren. Bauen in Göhren bleibt weiter ein heißes Eisen. Seit Monaten verfolgen viele Einwohner die Entwicklung kritisch und klagen über die ihrer Meinung nach um sich greifende Bauwut (die OZ berichtete). Ähnlich skeptisch sehen viele Göhrener offenbar auch ein neues Projekt, bei dem es ausnahmsweise nicht um Ferienwohnungen oder Einfamilienhäuser geht, sondern um Autos: Am Süd- strand soll ein Großparkplatz entstehen. Aber: Wird der gebraucht? Ja, sagen die Gemeinde und der Investor, der Göhrener Lars-Carsten Volk. Für das Areal gegenüber vom Sportplatz wurde deshalb ein Bebauungsplan aufgestellt. Das wilde Parken links und rechts der Gemeindestraße nach Lobbe solle damit der Vergangenheit angehören, so die Argumentation von Kommune und Investor. Gleichzeitig sollen diese Plätze am äußersten Ortsrand das Zentrum vom Verkehr entlasten. Mit dem Ortsbus oder zu Fuß sollen die Göhren-Besucher, die ihre Wagen dort abgestellt haben, das Ostsee- bad erkunden. So zumindest steht es im Verkehrskonzept der Kommune, das die Befürworter des Vorhabens ins Feld führen. 120 Autos sollen auf der jetzigen Grünfläche am Südstrand Platz finden, etwa 240 im zu errichtenden Parkhaus am Nordstrand. Der Ortskern selbst soll teilweise verkehrsberuhigt werden. Doch dass sich irgendjemand vom fernen Südstrand dorthin zu Fuß aufmacht, halten die Kritiker für ausgeschlossen. Und auch der einst am Südstrand geplante Hafen, an den Lars-Carsten Volk erinnerte, ist in den Augen vieler Göhrener nichts weiter als ein Hirngespinst und rechtfertigt ihrer Meinung nach nicht den Bau eines Großpark- platzes. Dass sie das Projekt für überflüssig halten, haben viele Göhrener der Gemeinde und dem Planer schwarz auf weiß gegeben. Zu dem ausgelegten Entwurf des Bebauungsplanes sind zahlreiche kritische Hinweise und Meinungen von Göhrenern eingegangen. In der von Planer Dr. Frank-Bertolt Raith erstellten so genannten Abwägung machen allein die meist ablehnenden Stellungnahmen der Göhrener 30 Seiten aus. „Viele sind gleichlautend“, sagte Raith vor den Mitgliedern des Bauausschusses auf dessen vergangener Sitzung. „Fast immer wird der Bedarf infrage gestellt und nach Alternativen gefragt.“ Denn am Südstrand gibt es bereits einen Parkplatz. Den hat die Kommune vor einigen Jahren ein paar Meter weiter errichten lassen und betreibt ihn nach wie vor und vermutlich auch künftig parallel zu dem geplanten Großparkplatz. „Ich finde es nicht in Ordnung, wenn weitere Flächen versiegelt werden und ich sehe auch gar keinen Bedarf“, formulierte Bärbel Powilleit in einer Einwohnerfrage- stunde ihr Befremden gegenüber dem Fachausschuss. Dessen Mitglieder waren die Gedankengänge der Einwohner nicht völlig fremd. Bernd Gums beispielsweise hatte in den zurückliegenden Wochen zu verschiedenen Zeiten extra den bestehenden Süd- strand-Parkplatz angesteuert. „Selbst an einem Freitagnachmittag bei bestem Strandwetter standen dort, wenn es hoch kommt, 15 Autos“, gab auch er zu bedenken. Gums blieb der einzige, der sich bei diesem Beschluss enthielt. Alle übrigen Mitglieder des Bauausschusses empfahlen der Gemeindevertretung, das Projekt weiter voranzutreiben und in die nächste Planungsrunde zu geben. Toilettengebäude und Bäume 0,6 Hektar groß ist das Areal, auf dem 120 Stellflächen entstehen sollen. Es befindet sich gegenüber vom Sportplatz auf der ande- ren Seite der Gemeindestraße. Dort wird auch ein Toilettenhäuschen entstehen. Im städtebaulichen Vertrag, den die Gemeinde mit dem Investor und Eigentümer schließen will, ist festgelegt, dass für jeweils zehn Parkflächen ein Baum auf dem Gelände ge- pflanzt werden muss. Diese müssen in den ersten drei Jahren intensiv gepflegt werden. Geht dennoch ein Baum ein, muss er ersetzt werden. Außerdem muss für Amphibien eine so genannte Leiteinrichtung gebaut und für eine Renaturierungsmaßnahme in Boldevitz auf ein Umweltkonto eingezahlt werden. Quelle: Ostsee-Zeitung, Lokalseite der Seebäder, 4. August 2015, Seite 11 Göhren will Bauwut in den Griff bekommen Einwohner monieren: Planungen gehen über realen Wohnraumbedarf deutlich hinaus. Von Maik Trettin Göhren. Wie viele Bauflächen braucht Göhren noch und wie viele verträgt der Ort? Darüber wird in dem Ostseebad seit Monaten zum Teil erbittert gestritten. Die Mitglieder des Göhrener Bauausschusses haben auf ihrer Sitzung in dieser Woche über weitere Bebauungspläne und den Flächennutzungsplan diskutiert. Damit, so die Argumentation des Vorsitzenden Edwin Kopplin, die Entwicklung geordnet und im Sinne der Gemeinde vor sich gehe. Doch daran zweifelt nicht allein der Göhrener Architekt Wolfgang Müller. „Die Gemeinde reagiert nur noch auf Initiativen von Investoren. Sie hat das Heft des Handelns längst aus der Hand gegeben“, monierte er im Bauausschuss. Die Vielzahl der geplanten Bauplätze übersteigt nach Meinung vieler Göhrener völlig den wirklichen Bedarf. Die Kommune hat seit zwei Monaten in der Kurverwaltung einen Hefter ausgelegt, in den sich Bauwillige und Wohnungssuchende eintragen können. Bislang haben sich nur fünf Interessenten gemeldet, die ein Einfamilienhaus bauen wollen. Investoren eines B-Plangebietes an der Hövtstraße hätten die Gemeinde mehrfach gebeten, Kontakt zu potenziellen Käufern und Bauherren herzustellen, erinnerte die Gemeindevertre- terin Gesche Krohn ihre Mitstreiter an die bislang eher spärliche Nachfrage. Für ein weiteres Wohngebiet an der Hövtstraße wollen die Mitglieder des Bauausschusses den Flächennutzungsplan ändern lassen. Es handelt sich um eine Teilfläche des ehemaligen Bunga- lowdorfs. Das wurde seinerzeit mit öffentlichen Mitteln abgerissen, die Fläche sollte naturbelassen bleiben - bis auf den Randstreifen unmittelbar an der Straße. Dort will die Eigentümerin fünf Baugrundstücke ausweisen. Insgesamt, so der Städteplaner Dr. Frank-Bertolt Raith, können dort fünf Häuser mit insgesamt zehn Wohnungen entstehen. Die Fläche muss aus dem Naturschutzareal ausgegliedert, das für den Abriss an dieser Stelle investierte Fördergeld durch die Eigentümer zurückgezahlt werden. Während Planungen an der Hövtstraße bereits in der Vergangenheit auf Widerstand unter den Einwohnern stießen, herrscht über die Entwicklung des Areals rund um den früheren Schweinestall hinter dem Göhrener Friedhof offenbar Konsens. Wohn- und Gewerbe- flächen sollen auf der Fläche, die bis zur Försterei und dem Wasserwerk reicht, ausgewiesen werden. Für Teilflächen habe man bereits vor zwei Jahren die Entwicklung über Bebauungspläne anschieben wollen, damals aber nicht mit allen Eigentümern eine Einigung er- reicht. „Die Situation ist jetzt anders“, so Raith. Die Gemeinde werde auch mit den anderen Landbesitzern innerhalb des durch den Plan abgesteckten Areals ins Gespräch kommen. Dann allerdings wird man vom Gelände „Wasserwerk/Försterei“ und nicht mehr über den Bebauungsplan „Stabenweg“ reden, wie der Arbeitstitel bis vor kurzem noch lautete. Die Verwechslungsgefahr mit dem durch einen anderen Investor geplanten angrenzenden Wohngebiet gleichen Namens, gegen das sich eine Bürgerinitiative gegründet hat, sei zu groß, machten die Einwohner den Bauaus- schussmitgliedern deutlich. Im Gegensatz zu dem Wohngebiet, das auf einer Ackerfläche entstehen soll, ist die Neugestaltung und Nutzung des Geländes rund um den alten Schweinestall im Ort weitgehend unumstritten. Wie sie im Detail aussehen wird, soll ein erster Entwurf in den kommenden Monaten zeigen. Weiter sind die Göhrener da mit den Plänen für ein Areal rund um die Alte Kirchstraße und die Schmiedestraße. Das Areal soll künftig in erster Linie Wohngebiet sein und locker bebaut bleiben. „Das sind die wichtigsten Ziele dieser Planung“, so Raith vor dem Bauaus- schuss. Pro Haus wird maximal ein Ferienquartier erlaubt sein und das auch nur, wenn sich in dem Gebäude mindestens eine Dauer- wohnung befindet. „Ein weiterer Ausbau der touristischen Nutzung ist an dieser Stelle nicht gewollt“, zitierte der Planer die Ziele der Gemeinde. Wie ernst es ihm damit ist, machte der Bauausschuss deutlich. Er strich den Zusatz, wonach „ausnahmsweise“ so genannte „kleine Beherber- gungsbetriebe“ zulässig seien. Genausowenig folgten die Göhrener dem Vorschlag des Planers, vier bereits im Bau befindliche Bunga- lows von den Höhenfestsetzungen auszunehmen. Wegen eines Verstoßes gegen die Baugenehmigung war für die Gebäude ein Bau- stopp verhängt worden. Damit diese Häuser nicht zu hoch werden, sollen für das betreffende Grundstück gesonderte Festsetzungen im künftigen B-Plan gelten. Dieser Forderung des Ausschussvorsitzenden Edwin Kopplin folgten sämtliche Mitglieder des Gremiums. „Am Ortseingang“, so Kopplin, „soll die Sicht frei sein.“ Quelle: Ostsee-Zeitung, Lokalseite der Seebäder, 31. Juli 2015, Seite 13 Am Freitag, 24. Juli 2015, lief ein Beitrag über den Schrägaufzug am Göhrener Nordhang! Wer den Beitrag verpasst hat, kann sich ihn hier noch mal für den privaten Gebrauch ansehen. Eine kommerzielle Nutzung ist nicht gestattet.            Quelle: Norddeutscher Rundfunk / Beitrag im Nordmagazin am 24. Juli 2015, von 19.39 bis ca. 19.44 Uhr Rechtlicher Hinweis zum Pressearchiv Die auf der vorliegenden Website unter "Pressearchiv" abrufbaren Presseartikel und Videobeiträge stammen nicht von Mönchgut History Torsten Döring. Daher machen wir ausdrücklich darauf aufmerksam, dass die Presseartikel die Meinungen, Auffassungen und Recherchen der jeweiligen Redakteure bzw. Verfasser darstellen. 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