Schüler von Frl. Bahls, Mönchguter Heimatforscher, Amateurfotograf & Hobbyfilmproduzent
„Schreibe auf, fotografiere, sammele und veröffentliche, was geht, dann bleibt es auch erhalten. Über die Wertung dessen brauchst du dir keine Sorgen zu machen, denn jede nachfolgende Generation erarbeitet sich ihr eigenes Geschichtsbild.”                                                                                                        Ruth Bahls
Mönchgut History Torsten Döring   
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MÖNCHGUT HISTORY TORSTEN DÖRING Die Vergangenheit und Gegenwart der Halbinsel Mönchgut - präsentiert nach Mönchguter Eigenart!
MÖNCHGUTER MUSEEN - ES GEHT VORAN
 Werbefilm 
Mönchguter Persönlichkeiten Ruth Bahls Am 26. Dezember 1994, wenige Tage vor ihrem 85. Geburtstag, starb Ruth Bahls – Lehrerin, Begründerin und langjährige ehernamtliche Leiterin des Mönchguter Museums und Ehrenbürgerin von Göhren. Ruth Bahls ist als einzige Tochter des Kapitäns Wilhelm Bahls in Göhren aufgewachsen, hat sich als junge, selbstbewusste, emanzipierte Frau den damals üblichen Normen zum Trotz allein in Europa umgesehen und mit wacher Neugier und zunehmend tiefergehendem Interesse Eindrücke gesammelt und verarbeitet. Ruth Bahls verstand die erzieherische Aufgabe des Pädagogen als eine komplexe Wissensver- mittlung. Charakterbildung und Nutzung aller kulturellen Ressourcen der jeweiligen Region zur Formung der jungen Persönlichkeiten waren ihr selbstverständliches Anliegen. Sie verfolgte es mit ganzer Kraft und der ihr eigenen zwingenden Ausstrahlung. Aus der Absicht der Lehrerin, bei den Schüler ein bestimmte Identitäts-findung zu provozieren, entwickelte sie folgerichtig das Bestreben, Erkenntnisse  aus dem Begreifen des Dringlichen abzuleiten. Ruth Bahls begann zu sammeln. Die erste Ausstellung wurde in zwei bescheidenen Schaukästen in der Lesehalle des Göhrener Warmbades 1956 gezeigt. Im Laufe von drei Jahrzehnten entstand das Mönchguter Museum mit mehreren Gehöften, einem Küstenschiff, einer Dorfschule und – vor allem – einer umfangreichen Sachgutsammlung, einem unschätzbaren Archiv und einer beachtlichen Fachbibliothek mit Rügen-Literatur. Anliegen war über alle Jahre der Entstehung und Erweiterung der musealen Einrichtung in der sich allmählich vergrößernden Arealen die ganzheitliche Erfassung der Region in ihren historischen Entwicklungsetappen und in der Breite der Erscheinung, die durch Erwerbsleben, gesellschaftliche Bindungen, politische wie kulturelle Anhängigkeiten und Zugehörigkeiten bestimmt sind. Der Anspruch auf Exaktheit und das Gespür für die praktische Umsetzbarkeit ihrer Vorstellung, gepaart mit Organisationslatent und einer nahezu besessenen Leidenschaft für das Bauen/ Bewahren/Rekonstruieren von regionaler Volksarchitektur auf Mönchgut und schließlich auch in angrenzenden rügenschen Gemeinden führten Ruth Bahls in die Denkmalpflegearbeit, in der sie Beispielhaftes leistete. Ruth Bahls wissenschaftliche Leistung steckt nicht in Veröffentlichungen, für die sie sich nie die Muße nahm und die sie auf „später“ verschob. Sie steckte in den durchdachten Konzepten für ihre Ausstellungen in den Mönchguter Museumsbereich, soweit sie unter den bescheidenen Inselverhältnissen umgesetzt werden konnte. Und sie steckt in den Sammlungen, die sie in den arbeitserfüllten Jahrzehnten ihres Lebens zusammengebracht hat und mit deren Systematisierung sie fast bis ans ihr Lebensende rastlos beschäftigt war. Ein im biblischen Sinn köstliches Leben, weil mit Mühe und Arbeit erfüllt, das uns einen reichen Schatz hinterlassen hat. Quelle: Rugia – Journal 1996 ( Auszüge ) Ruth Bahls - die Kunst, einzigartig und unverwechselbar zu sein Ein Rückblick auf das Lebenswerk der Lehrerin und Bewahrerin Mönchguter Historie     „Ich finde es ganz traurig und unrecht, wenn eine solche Jahrhunderterscheinung völlig unberücksichtigt und uner- wähnt bleibt. Da kann sie selbst dazu gesagt haben, was sie will – und ich glaube ihr das bis heute nicht, dass sie verzichtet hätte auf jedwede Erwähnung.“                                                                                                                      Lore Franz (langjährige Berliner Freundin) - am 29. Dezember 1909 wird Ruth Bahls in der Villa „Rheingold“ im Ostseebad Göhren geboren; - Vater Wilhelm Gustav Martin Bahls, Kapitän a. D., verheiratet mit der 30 Jahre jüngeren Berliner Kaufmannstocher   Caroline Sabine Hedwig Dehnert; - 1919 bis 1925 Besuch der Grund- und Familienschule in Göhren; - im Jahr ihrer Konfirmation 1925 wird Ruth Bahls in die Untersekunda der Hansaschule am Sund (Staatliches   Oberlyzeum mit Frauenschule) in Stralsund aufgenommen und erwirbt 1926 die mittlere Reife; - Kaufmännische Ausbildung 1926 und 1927 in der II. Handelsschule für Mädchen der Industrie- und Handelskammer   zu Berlin, Bürostelle in Berlin; - Abitur an der Hansaschule am Sunde (Staatliches Oberlyzeum mit Frauenschule) von 1928 bis 1930 in Stralsund; - Sie wird Mitglied in einem Sportverein, zeichnet viel und hat eine Vorliebe für Sprachen (Latein, Englisch,   Französisch, Spanisch und Dänisch); - im Sommer 1930 unternimmt sie eine vierwöchige Reise in die Schweiz und nach Italien; - im Januar 1931 ist sie als Kontoristin beschäftigt und absolviert am 27. März 1931 die Aufnahmeprüfung an der   Pädagogischen Akademie Stettin, aufgenommen am 16. April 1931; - Besuch der Pädagogischen Akademien in Stettin und wechselt im Frühjahr 1932 nach Kiel, 1. Prüfung für das   Lehramt an Volksschulen am 22. März 1933; - April bis September 1933 freiwilliger Arbeitsdienst in Wolferode, Pinnowund in Wahlendow teil; - am 1. Oktober 1933 Eintritt in den Schuldienst als Fortbildungszuschussempfängerin in Göhren; - 29. Dezember 1933 wird ihre wissenschaftliche Arbeit, die sie zusammen mit dem Kieler Professor Ernst Dobers   verfasst publiziert. Diese Arbeit wird hoch gelobt.   Titel: „Untersuchung über die Ehelichkeit in einem Kirchspiel der Halbinsel Mönchgut“; - Hilfslehrerin und Lehrerinnenstellen in Greifswald (1934); Hanshagen bei Greifswald (1934/35); Seefeld, Kreis   Stargard (1935); Hanshagen, Loitz, Stettin (1936); Stralsund (1937); - von 1935 bis 1938 ist sie als BDM-Scharführerin tätig, die politischen Veränderungen in Deutschland beobachtet sie   aufmerksam und kritisch; - Lehrerin in Damgarten (1. Mai 1937 bis 11. April 1939); - 2. Prüfung für das Lehramt an der Volksschule am 9. November 1937 in Damgarten, nutzt ihre Ferienzeit erneut zum   Reisen nach England, Holland und Österreich; - 1940 Pädagogik-Studium beendet; - Lehrerin in Prora, Sellin, Middelhagen, Zicker (1940/41) und Dreschvitz (1942/43); - seit 1. Mai 1943 Lehrerin auf Mönchgut in Middelhagen, Altreddevitz; - von 1948 bis 1983 unterrichtet Ruth Bahls in ihrem Geburts- und Heimatort; - ab Ende der 1940er, Anfang der 1950er Jahre plante sie ein kulturhistorisches Museum auf und für Mönchgut; - 1952 bis 1954 Fernstudium am Deutschen Pädagogischen Zentralinstitut  (Zweigstelle Schwerin, Konsultationspunkt    Stralsund) im Fach Geographie zum Erwerb der Lehrfähigkeit für den Unterricht in der Mittelstufe;      Staatsexamensarbeit   „Bestimmung der durch Leitfossilien gekennzeichneten Geschiebe des Göhrener Hövtes“ mit „GUT”; - 1956 bis 1961 Studium an der Historisch-Philologischen Fakultät der Pädagogischen Hochschule Potsdam im Fach   Geographie zum Erwerb der Lehrbefähigung für die Klassen 5-12,     Staatsexamensarbeit   „Methoden und Ergebnisse der geografischen Heimatforschung im Raum Göhren (Insel Rügen)“ mit „GUT”; - arbeitete für die Mönchguter Museen immer ehrenamtlich, hatte nie die offizielle Leiterstellung inne; - 1957 erste heimatkundliche Ausstellung in der Lesehalle des Warmbades mit bereits gesammelten Objekten zur    Mönchguter Volkskultur: Minnegaben, Trachtenteile und dem ersten Objekt der Sammlung, einem Flachsschwing-    brett; - 1959 erste dauerhafte Ausstellung einer Mönchguter Bauernstube im späteren Rookhus; - am 1. Mai 1963 eröffnet, Heimatmuseum, als zweites Museum nach dem Ernst-Moritz-Arndt-Museum in Garz auf   Rügen; - pflegte ständig Kontakte zu Fachwissenschaftlern, wie Dr.Wolfgang Rudolph (Volkskundler, maritime Volkskultur)   und Dr. Ewe (Stadtarchiv Stralsund) u.v.a.; „Sie hat eigentlich nicht das typische  Heimatmuseum aufgebaut. Sie hat im Regionalen das Übergreifende erkannt.“                                                                                                          Dr. Gesine Schulz-Berlekamp (Kunsthistorikerin) - am 11. August 1971 eröffnet, Museumshof, zweites Museum im Ostseebad Göhren; - am 2. Oktober 1974 wird Ruth Bahls Ehrenbürgerin des Ostseebad Göhren; - Vertrauensstellung als Lehrerin bei ihren Schülern, großes Engagement, hohe Durchsetzungsfähigkeit bei Behörden   und Bevölkerung (Feierabendbrigaden); - die Akademie der Wissenschaften zeichnet Ruth Bahls 1975 mit der Leibnitz-Medaille aus; - am 25. Mai 1977 eröffnet, Rauchhaus “Dat Rookhus”, drittes Museum im Ostseebad Göhren; - 1979 erhält Ruth Bahls die Ernst-Moritz-Arndt-Medaille der Universität Greifswald; - am 12. August 1982 eröffnet, Museumsschiff “Luise”, viertes Museum im Ostseebad Göhren; - denkmalpflegerisches und landschaftsschützerisches Engagement in Zirkow, Gingst, Rambin und auf Mönchgut; - am 15. Mai 1984 erhält sie vom Minister für Kultur den Ehrentitel „Museumsrat“; - am 1. August 1986 Eröffnung des Schulmuseums in Middelhagen, sie erteilt „Historische Schulstunden“; - im Oktober 1985 wird der 1. Landschaftstag „Mönchgut“ auf Initiative von Ruth Bahls durchgeführt, sie selbst bleibt   im Hintergrund; - es gelingt zwanzig Autoren aus den verschiedensten wissenschaftlichen und praktischen Bereichen zur Mitarbeit an   einer gemeinsamen Veröffentlichung zu verpflichten;  „Ruth Bahls war eine ungewöhnlich fleißige, sachkundige und bescheidene Frau. Sie hatte die Fähigkeit, mit Leuten in   den verschiedensten Breiten umzugehen – in Kreisen von Universi tätsprofessoren ebenso wie unter den einfachsten   Fischern.“                                                                                                                    Prof. Dr. sc. Herbert Ewe (Archivdirektor i. R.) - nach einem Krankenhausaufenthalt im November 1994 verlassen sie die Kräfte, sie sehnt sich nach menschlicher   Wärme und Zuwendung; - Anfang Dezember 1994 erleidet sie in ihrem Haus einen Schlaganfall; - die Versuche einer Stiftungsgründung hinsichtlich ihres Erbes, besonders der „Villa Rheingold“ betreffend, kommen   zu spät; - am 26. Dezember 1994 stirbt Ruth Bahls im Alter von 84 Jahren in ihrem Haus im Ostseebad Göhren; - im Januar 1995 wird die Urne auf dem Waldfriedhof in Göhren im Familiengrab beigesetzt.  „Ruth Bahls und Mönchgut, das gehörte zusammen. Wie wird Mönchgut aussehen, wenn Ruth Bahls nicht mehr ist?“                                                                                                                      Lore Franz (langjährige Berliner Freundin) Torsten Döring - Hier eine Sammlung von Sprüchen, Zitaten und Lebensweisheiten von „Fräulein Bahls“ „Schreibe auf, fotografiere, sammle und  veröffentliche, was geht, dann bleibt es auch erhalten. Über die Wertung  dessen brauchst du dir keine Sorgen zu machen, denn jede nachfolgende Generation erarbeitet sich ihr eigenes  Geschichtsbild.“ „Du regierst nicht die Welt, Dumme regieren nicht die Welt, nur die Schlauen bringen es zu etwas!“                                „Schöning, schöning!“ „Feining, feining!“ „Eigentümlich!“ „Redet, redet, ihr braucht nicht auf den Lehrer zu hören.“ - „Bitte nicht!“ - „Habt ihr noch Geduld?“ „Merkt euch das, das müßt ihr später wissen!“ „Gebt den Schlüssel niemals aus der Hand!” „Sie werden das Museum verkaufen!”
© Torsten Döring - privates Fotoarchiv - Ostseebad Göhren      -  Gedenkstein vor dem Heimatmuseum      - Umbenennung des Gemeindplatz in Ruth-Bahls-Platz am 29. Dezember 2009      - Plakat der Sonderaustellung “Ruth Bahls” 2009
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„Ich bin nicht wichtig! Mönchgut ist wichtig!“           Ruth Bahls Museumsrätin, Lehrerin, Begründerin der Mönchguter Museen geb.  am 29. Dezember 1909 in Göhren, gest. am 25. Dezember 1994 in Göhren.
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